Was man so alles falsch machen kann...

Häufige Fehlerquellen

Wir haben natürlich auch schon Fehler gemacht. Typisch sind folgende:

 

    • Die Drehung erfolgt unter dem Kugelkopf oder mit einem Kugelkopf mit einer an der unteren Seite integrierten Panoramaplatte. Das bringt nichts, weil die Ausrichtung der Kamera in der horizontalen Waage nicht stabil ist. Nur wenig gedreht kippt die Kamera. Die gesamte Dreheinrichtung des Panoramakopfes muss waagerecht justierbar sein.

    • Trotz Wasserwaage im Blitzschuh: der Horizont ist nicht in der Bildmitte. Bei manchen Kameras, etwa der Canon EOS 10D, ist der Blitzschuh leicht nach vorn geneigt. Wenn nun die Ausrichtung der im Querformat montierten Kamera auf dem Stativ allein nach der Wasserwaage im Blitzschuh erfolgt, liegt naturgemäß der Horizont nicht in der Bildmitte. Wir montieren unsere Kameras wegen des günstigeren Bildwinkels immer im Hochformat und richten sie mit Hilfe von zwei Wasserwaagen exakt aus: eine für die horizontale Drehebene am Panoramakopf und eine für die exakt senkrechte Ausrichtung der Kamera über den Blitzschuh. Hierbei spielt dann die Neigung des Blitzschuhs keine Rolle mehr.
       
    • Eine nicht stabil arretierte Mittelsäule des Stativs. Wenn diese sich mitdreht, gerät die Drehung des Panoramakopfes außer Kontrolle. Im schlimmsten Fall fehlt dann ein Bild. In der Galerie von Carsten ist ein Bild versteckt. Viel Spaß beim Suchen!
       
    • Zuhause beim Stitchen der Bilder stellt man fest: die Bilder überlappen sich nicht oder nicht nicht ausreichend. In der Eile erfolgte die Drehung im falschen Drehwinkel. Das passiert in der Aufregung zu Anfang. Panoramen fotografiert man nicht zwischen Tür und Angel. Etwas Ruhe und Zeit kann nicht schaden. Der Drehwinkel muss unbedingt zur Brennweite passen. Diesen können Sie hier errechnen Drehwinkel.
       
    • Belichtung nicht auf allen Bildern einheitlich. Dies führt zu schwierigen Übergängen zwischen den Bildern. Am besten wird ein typischer Bildbereich angemessen und dann werden mit den ermittelten Werten für Blende und Verschlusszeit alle Bilder rundherum manuell belichtet. Besonders oft, wenn Wolken die Sonne zeitweilig verdecken.
       
    • Motiv abgeschnitten weil beim Schwenken der Kamera nicht Berücksichtigt wurde, dass Objekte, die näher sind, nicht mehr in das Bild passen. Am besten vor der Aufnahme einmal zum Test schwenken und auf dem Monitor verfolgen.
       
    • Wechselnde Schärfentiefe weil beim Schwenken der Kamera Objekt im Vordergrund in den Messbereich des Autofokus kamen. Immer manuell mit fester Entfernungseinstellung, i.d.R. "unendlich" und mit kleiner Blende fotografieren. In der Praxis haben wir häufig bei Aufnahmen mit ausschließlich weit entfernten Landschaften ohne Vordergrund trotzdem falsch fokussierte Bilder. Der Autofokus der Canon PowerShot G2 hat ein deutliches Problem mit Dunst und kontrastarmen Motiven, etwa bei Bergen im Dunst. Hier ist dann oft nicht scharf fokussiert. Also: manuell scharf stellen, wenn die Kamera dies zulässt.
       
    • Bei Dämmerungsaufnahmen und Nachtaufnahmen: Weißabgleich ist unterschiedlich weil beim Schwenken der Kamera eine Kunstlichtquelle ins Bild kam. Am besten manuell einstellen, dann haben alle Bilder die gleiche Basis-Farbtemperatur.
       
    • Bewegte Objekte (Personen, Tiere, Wolken, Wasser usw.). Diese sind durch die schrittweise Aufnahme in den sich überlappenden Bildbereichen ggf. an unterschiedlichen Positionen im Bild oder tauchen auf einzelnen Bildern mehrfach auf. Dies ist nur begrenzt beherrschbar mit den hier beschriebenen Techniken. Hier sind klassische oder digitale Panoramakameras, bei denen sich die Kamera oder das Objektiv während der Aufnahme kontinuierlich drehen, deutlich im Vorteil. Das hat natürlich seinen Preis.
       
    • Der Horizont ist durchbogen. Meist ist dann die Drehebene nicht exakt justiert worden. Dies ist aber unabdingbar. Die Kamera muss horizontal und vertikal exakt "im Lot" sein. Dies lässt sich am besten mit einer im Blitzschuh der Kamera eingesteckten Wasserwaage aus dem Fotofachhandel (leider nicht ganz billig) erreichen. Eine relativ günstige Bezugsquelle finden Sie auf unserer Seite zum Panoramakopf. Alternativ können Libellen oder Wasserwaagen aus dem Baumarkt verwendet werden. Ein Tipp am Rande: manche Kameras schalten den internen Blitz ab, wenn etwas im Blitzschuh steckt. Für einen Schnappschuss zwischendurch kann man dann lange suchen, warum die Kamera nicht mehr blitzen will...
       
    • Der Himmel ist teilweise zu dunkel. Dies ist kommt vor, wenn ein Polarisationsfilter eingesetzt wird. Dessen Wirkung ist nicht gleichmäßig über das Bild verteilt. Bei Panoramen ist darauf am besten zu verzichten.
       
    • Das Bild zeigt im Hintergrund oder im Vordergrund Schattenbilder. Dieses sind typischerweise die Parallaxenfehler, die beim Drehen der Kamera ohne Beachtung des Nodalpunktes entstehen. Eine Beschreibung des Effektes finden Sie auf unserer Seite zum Thema Parallaxenfehler. Tipps, wie dieses Problem in den Griff zu bekommen ist gibt es auf unserer Nodalpunktseite.
       
    • Speicherkarte voll. Bei vielen digitalen Kameras kommte es vor, dass die vielen Bilder, oft 12-20 bei einem 360°-Panorama nicht mehr auf die Speicherkarte passen. Also, denken Sie daran und sorgen Sie für genügend Speicherplatz unterwegs. Im RAW-Format sind auch größere Speicherkarten schnell voll. In diesem Fall ist eine Mobile Festplatte zum Auslesen der Daten hilfreich, wir verwenden dazu den Image Tank. Für die analogen Fotografen sind Panoramen gleichbedeutend mit einer erheblichen Anzahl an Filmen.