Die von uns eingesetzte Hardware des Panoramakopfes
Generelles
Für die Erstellung von Panoramen ist der Einsatz
eines Panoramakopfes sinnvoll. Dieser ermöglicht ein
Drehen der Kamera im möglichst exakten
Nodalpunkt
des Objektives, des sog. optischen Zentrums. Hierbei wird die Parallaxenverschiebung im Motiv
vermieden. Was das bedeutet, lesen Sie in unserem
Beispiel
zur Parallaxe.
Warum ein Panoramakopf? Was brauche ich unbedingt?
Wenn eine Kamera mit dem daran verbundenen Objektiv gedreht wird,
verschieben sich in der Regel die der Kamera nahen Gegenstände mit einem
anderen Tempo beim Drehen im Bild als diejenigen Dinge, die weiter
entfernt sind. Dies spielt insbesondere bei sehr nahen Objekten eine
Rolle oder wenn ein naher Gegenstand zusammen mit einem sehr entfernten
abgebildet wird.
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Ist dies immer relevant? Im Prinzip ja, aber...
... es ist bei Landschaftsaufnahmen nicht immer
wichtig, auf ein korrektes Drehen um den Nodalpunkt zu achten, wenn keine Dinge im Vordergrund zu sehen sind und alle Ebenen im Bild
recht weit entfernt sind.
Anders ausgedrückt: die sichtbare
Parallaxenverschiebung bzw. der relative, sichtbare Unterschied
zwischen zwei unterschiedlich weit entfernten Objekten nimmt mit der Entfernung der
beiden Objekte zum Aufnahmepunkt ab und mit der Entfernung der
Objekte voneinander zueinander zu.
Die Parallaxenverschiebung wird vor allem sichtbar bei Innenaufnahmen,
bei Gegenständen oder Konturen (z. B. Wegränder, Geländer) oder bei
Aufnahmen von Gebäuden.
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Unser Tipp: Im einfachen Fall, der kein 100% korrektes
Drehen um den Nodalpunkt erfordert, langt ein Ausrichten der
Kamera am Horizont oder besser mit einer Wasserwaage mit zwei
Libellen im Blitzschuh. Diese auf den ersten Blick relativ teure
Investition ist äußerst lohnend; eine entsprechende Wasserwaage
fanden wir vergleichsweise günstig bei
www.amazon.de

Dazu vielleicht noch ein Einbeinstativ, schon können schöne
Panoramen mit Hilfe des Suchers oder Panoramafunktion der
Digitalkamera gemacht werden.
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Sind aber anspruchsvollere und sicher kalkulierbare Ergebnisse das Ziel,
bei denen auch nahe und ferne
Dinge zusammen abgebildet werden, sind neben der Kamera ein paar mehr Dinge
gefragt. Wie setzen diese Ausrüstungsgegenstände ein:
Basis ist ein ein stabiles Stativ.
Darauf wird ein Kugelkopf montiert.
Hiermit wird die weitere Konstruktion exakt horizontal
waagerecht ausgerichtet.
Zum Drehen kommt nun auf den Kugelkopf
eine Panoramaplatte, idealerweise mit Gradeinteilung
zum exakten Drehen für die eingestellte Brennweite.
TIPP: um Geld zu sparen, kann auch
ein Kugelkopf mit Panoramafunktion umgedreht benutzt
werden.
Hierauf kommt eine Verstelleinrichtung,
die die Kamera auf den Nodalpunkt des Objektives individuell
ausrichtet. Diese hat eine Wasserwaage oder Libelle zur
waagerechten Ausrichtung.
Dies wird ggf. ergänzt um einen
Verstellwinkel, der die Kamera in der optischen Achse
des Objektives um 90° dreht, so dass die Aufnahmen im
Portrait-Format hochkant erfolgen. Dadurch wird die Bildhöhe
im Panorama vergrößert.
Ausreichend Speicherkarten
und Akku-Kapazität.
Eine kleine Wasserwaage mit zwei
Libellen im Blitzschuh
der Kamera zum exakten horizontalen und vertikalen
Ausrichten der Kamera, ideal mit zwei Libellen und zwei
Füßen für die Hoch- und Querpositionierung. Ein teurer,
aber sinnvoller Artikel,
erhältlich z.B. bei
www.amazon.de

Eine Lampe bei Nachtaufnahmen
zur Kontrolle der Wasserwaagen. Tipp: die Flüssigkeit in der
Libelle ist oft gelb und beim Licht einer blauen
Photonenpumpen-LED sehr gut zu erkennen.
Eine Fernbedienung für
die Kamera bei Langzeitaufnahmen zum vibrationsarmen Auslösen.
Eine Tragetasche für das
Stativ. Diese gibt es z.B. günstig für Kickboards.
Die ganze Konstruktion kann recht schwer werden.
Weiterhin denkbar wäre eine Nivelliereinrichtung
zum exakten Ausrichten des Panoramakopfes. Es geht aber auch ohne.
Kamera
Unsere Fotos entstehen mit den Canon Modellen PowerShot G2,
der Pro1, der EOS 10D oder der EOS 20D.
Die beschriebenen Schritte sind aber auch für andere Kameras
gültig. Probieren Sie dies bitte selbst aus, wir können
nur für unsere Hardware Tests machen.
Make or buy
Wie so oft im Fotobereich, steht man auch in der
Panoramafotografie vor der Frage, ob für das Hobby gleich die teure
Profi-Lösung beschafft werden muss, oder ob eine improvisierte
Lösung dem Character eines Hobbies nicht auch genügt. Es sei eins
vorweg bemerkt: solange die grundsätzliche Funktionalität beachtet
wird, kann eine selbstgebaute Lösung im Ergebnis mit den gekauften
Lösungen mithalten. Zunächst einige Anmerkungen zu fertig
gekauften Lösungen. Weiter unten dann viele Beispiele für kreative
Lösungen aus bestehendem Zubehör, Ergänzungen aus dem Baumarkt oder
spezielle Konstruktionen. Manche können auch in Kleinserie erworben
werden.
Einen Panoramakopf kaufen
Wir setzen inzwischen einen gekauften Panoramakopf
auf der Basis einen soliden Stativs (wie etwa Manfrotto 055 oder
ähnlich) ein. Nachdem wir uns jeder einen eigenen Panoramakopf
gebaut haben (s.u.), jeder mit eigenen Ideen, überwiegend aus
ebay Auktionen und Baumarkt-Zubehör, stießen wir auf
fertige Panoramaköpfe. Diese sind zum Teil sehr teuer, groß
und teilweise auch nur für bestimmte Kameras geeignet. Beispiele
sind bei
Kaidan, bei
Peace
River Studios , bei
Really Right Stuff und im Angebot von
Manfrotto
zu finden. Auf der Seite
www.pixelrama.de sind Lösungen von Manfrotto und
Novoflex gut erklärt.
Eine nicht ganz so teure, aber doch bessere, professionellere
Basis als die selbstgebauten Panoramaköpfe, ist der unten abgebildete
Panoramakopf von
Jasper Engineering. Er ermöglicht ein sowohl horizontal als auch
vertikal über dem Nodalpunkt des Objektives ausgerichtetes
Drehen der Kamera, eine flexible Anpassung an verschiedene Kameras
und Objektive und bietet eine Rasterung beim Drehen in drei Einteilungen,
die den meisten Objektiven entgegenkommen.
Liste von Herstellern
Kaidan
Peace
River Studios
Really Right Stuff
Manfrotto
Novoflex
Agnos
Camera Turret
Company
Nodal Ninja
Jasper
Engineering
King Pano
Pano-MAXX
PanoSaurus
360Precision
Bei der Canon Powershot G2 sieht das dann
auf dem Jasper Engineering Adapter so aus:
im normalen Weitwinkel-Modus, der bezogen auf das
KB-Negativ-Format 24x36 mm 34 mm Brennweite entspricht, sind 16
Bilder mit 45% Überlappung gut brauchbar. Das entspricht der
Rasterung mit den gelben Markierungen.
im Weitwinkel-Modus mit Konverter WC-DC58, equivalent
zu 28 mm KB-Brennweite, sind es dann 12 Bilder mit 35% Überlappung
mit der rot markierten Rasterung. Diese wird z.B. auch verwendet,
wenn mit der EOS 10D und dem EF 17-40/4 L fotografiert wird. Denn
dieses kommt bei einem Crop-Faktor des digitalen Chips von 1,6 auf
27,2 mm Brennweite.
Einfacher geht es kaum.
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Sie finden Details zu dem abgebildeten
Panoramakopf bei
Jasper Engineering. Sollten
Sie an einem Panoramakopf (ohne Schnellkupplung /
Kugelkopf!) interessiert sein, wenden Sie sich bitte
direkt an den Hersteller.
Unsere Erfahrung zu den Kosten des Imports:
-
zzgl. 3,5 % Zoll
-
zzgl. aktuelle Mehrwert-Steuer
-
sowie ca. 38,- US-$ Versandkosten
-
und ca. 17,- EUR Servicegebühr für
die Zollabfertigung durch einen Dienstleister
Je nach Wechselkurs beträgt der
Endpreis dann rund 250,- EUR in Deutschland frei
Haus.
Bezahlt haben wir über PayPal.
Die Nachfrage zu gering,
daher lohnt sich ein Import durch uns nicht. Wenden
Sie sich bei Interesse bitte direkt und auf Ihr
Risiko an den Hersteller.
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Oder doch einen Panoramakopf / Nodalpunkt-Adapter selber bauen?
Sie haben schon einen Kugelkopf für das Stativ,
einen Einstellschlitten für Makro-Aufnahmen? Sie kennen sich
in Baumärkten aus? Oder sind auf der Schnäppchenjagd bei
ebay? Dann bauen Sie doch einen kostengünstigen Panoramakopf
als Nodalpunkt-Adapter selbst. Dies ist insbesondere bei nur gelegentlichen Panoramaaufnahmen
eine gute Alternative und ermöglicht einen flexiblen Einsatz
vorhandenen Zubehörs.
Für alle, die gern selbst basteln, hier also
unsere Ideen zu einem selbstgebauten Panoramakopf. Bitte beachten
Sie bei der Konstruktion die individuellen Anforderungen Ihrer Kamera
und des eingesetzten Objektives. Flexible Konstruktionen sind für
viele Kameras funktionsfähig, aber es gibt sicher Ausnahmen.
Bestimmen Sie zuerst den
Nodalpunkt
Ihres Objektives. Weitere Ideen finden Sie auf der Suche im Internet
unter
www.google.de sowohl im Web als auch in den Newsgroup-Archiven
oder direkt in den einschlägigen Newsgroups, etwa news:de.alt.rec.digitalfotografie.
Viel Spaß beim Suchen und Bauen.
Carsten hat seinen ersten Panoramakopf auch selbst
gebaut. Hier gibt es die
Bauanleitung
für seinen Panoramakopf [245 kB]. Diese bietet gute
Anregungen für eigene Versuche.
Auch Nils hat seine Erfahrungen gemacht, sie sind
auf der
Folgeseite nachzulesen.
Vielen Dank an Dieter Schulz für seinen Beitrag:
Sehr
schönes Beispiel eines Panoramakopfes aus Plexiglas[280 kB]
Ob selbst gebaut oder gekauft, den Fotos ist es
letztendlich egal.
Hier weitere interessante Konstruktionen
Nodalpunkt-Adapater und Panoramaköpfe auf anderen Web-Seiten:
Bauanleitung
für Carstens Panoramakopf [245 kB]
Konstruktion von Nils
Sehr
schönes Beispiel eines Panoramakopfes aus Plexiglas[280 kB]
Adapter
von www.yavin.de für EOS 20D und EF 17-40L
Konstruktion
Mike Runge bei www.trozzreaxxion.net (kann auch im Nodalpunkt
gedreht werden gekippten Aufnahmen bei mehrreihigen Panoramen)
Konstruktion
"Krause"
Konstruktion "Emling"
Konstruktion "kornetto"
Konstruktion "Fotodrachen.de"
für Sony DSC-P32
Bauanleitung
Olympus Camedia E-10 und E-20 [833 kB]
Konstruktion "Canon D60"
CANON
PowerShot S30 / S40
Optio 330/430 und 330RS/430RS
Konstruktion Roland Gerhardt bei www.fotocommunity.de
Canon EOS
300D mit Baumarktmaterial von Pixelchef
für
Nikon Coolpix 880
für Kugelpanoramen
www.panokardan.de
Selbstbauprojekt Guido Studer Oylmpus E20 und Canon EOS 20D
low-budget Version aus Alu-Leiste, Winkel und Schrauben
auch hier gibt es eine gewisse Verwandschaft
aus Alu-Systemprofilen
Thread im
DSLR-Forum Es geht wirklich auch
low-budget. Ein Tipp aus der Bastelzeit sind verstellbare Schienen mit
Flügelmuttern wie man sie für Blumenkästen im Baumarkt findet. Dazu aus
dem Fotoladen noch ein paar 1/4" oder 3/8"-Schrauben für die Befestigung
und ein paar Unterlegscheiben und die erste Version ist Ruck-Zuck
fertig.
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