Fehlkonstruktion

Die erste Konstruktion sollte eine günstige, einfache Lösung sein. Warum einen Kugelkopf und eine teure Panoramaplatte kaufen? Im Manfrotto-Katalog fand sich schnell der 3D Junior Neigekopf 056, der durch drei Verstellebenen das waagerechte Ausrichten der Kamera erlaubt und um den Drehpunkt auch noch eine einfache 360°-Skala bietet, die eine Panoramaplatte ersetzen kann.

Nachdem die Nodalpunkte für den Weitwinkel- und Telemodus der Canon G2 bestimmt waren, wurden diese durch individuelle Bohrungen in eine Metallplatte übernommen. Ein Langloch in einem Winkeleisen erlaubte die Feinjustage der vertikalen Achse. Ein Stück Moosgummi, eine Geräteschraube und eine Kreuzwasserwaage komplettierten die einfache, günstige und leichte Lösung.

Die Ernüchterung kam beim ersten stitchen der Einzelbilder. Das zusammengefügte Bild war bogenförmig und der verwertbare rechteckige Bildteil viel zu klein!

Noch schlechter viel das Ergebnis bei 360°-Panoramen aus. Es ging fast die Hälfte der ursprünglichen Bildhöhe verloren.

Was war passiert?
Das erste Foto war waagerecht ausgerichtet. Beim Drehen kippte die Kamera aber aus der Waage, weil der Drehpunkt nicht waagerecht ausgerichtet war, sondern nur der obere Teil der Konstruktion. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass ein Neigekopf keinen Kugelkopf mit Panoramaplatte ersetzen kann und dieser Versuch eine Fehlkonstruktion war.

Hätte ich den Drehpunkt durch Verstellen der Stativbeine ausgerichtet und die Verstellachsen des 3D-Kopfes auf der 0-Position fixiert, hätte ich das Teil unkomfortabel nutzen können. Meine Idee war aber, die Verstellachsen des 3D-Kopfes zur Ausrichtung zu nutzen. Heute frage ich mich, ob ich mit zwei Stativgewindewechseladapter (männlich/männlich u. weiblich/weiblich) den Neigekopf über Kopf hätte nutzen können...
 
 

eBay-/Baumarktlösung

Bei dem zweiten Anlauf konnte das Ziel erreicht werden - eine günstige Variante, die die selben hochwertigen Ergebnisse hervorbringt, wie eine teure professionelle Lösung. Die Bildhöhe der Einzelbilder im Hochformat der Canon PowerShot G2 beträgt 2.272 Pixel. Auch bei 360°-Panoramen im Weitwinkelmodus beträgt die Bildhöhe, trotz der höheren Verzeichnung des Objektives, noch durchschnittlich über 2.000 Pixel. Im Tele-Modus, durch die geringere Verzeichnung des G2-Objektives sogar deutlich mehr als 2.100 Pixel. Diese Werte beziehen sich auf das Stitchen mit PanoramaFactory 2.4.

Die Einzelteile wurden hauptsächlich bei eBay ersteigert. Durch die verwendete Schnellkupplungsplatte lässt sich die Konstruktion sehr leicht zerlegen und ist platzsparend in der Fototasche unterzubringen. Das Gewicht dieser Lösung liegt knapp über einem Kilogramm.
 

Kugelkopf - einfacher, stabiler Kugelkopf FLM-SB32

30

 

Panoramaplatte - älteres Modell von Novoflex m. 22 Rastungen

50

 

Kreuzwasserwaage

5

 

Einstellschlitten

30

 

Velbon-Schnellkupplungsset

15

 

Winkel, Schrauben, Filz, Geräteschraube

10

 

Komplett in €

140

 

 
Die beschriebene Lösung wurde zwischenzeitlich durch den Panoramakopf von Jasper Engineering abgelöst.
 
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